Mit Erika Steinbach hat eine außergewöhnliche Persönlichkeit die CDU verlassen. Sie hat sich in ihrem politischen Leben große Verdienste erworben u.a. als langjährige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und als menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Darüber hinaus hat sie parteiübergreifend die „Stiftung gegen Flucht und Vertreibung“, deren Gründungsvorsitzende sie heute noch ist, ins Leben gerufen.

Die von Erika Steinbach vorgetragene Kritik und die von ihr geäußerte Enttäuschung sind in weiten Teilen nachvollziehbar. Sie müssen sehr ernst genommen werden. Den Austritt aus der CDU halte ich gleichwohl für den falschen Schritt: Die von Erika Steinbach verfolgten politischen Ziele, die ich in zahlreichen Punkten für begründet halte, bedürfen für ihre Durchsetzbarkeit des breiten Fundaments einer Volkspartei, wie es nach wie vor die Union ist. Die Entscheidung von Erika Steinbach nimmt der Berliner Kreis zum Anlass, die Parteispitze nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass die konservativen Wähler gerade im Hinblick auf die Zukunft der Union nicht weiter vernachlässigt werden dürfen. Eine Linksverschiebung der CDU eröffnet rechten Parteien politische Handlungsspielräume, schadet der Union und führt zu z.T. katastrophalen Wahlergebnissen.